Pök und Slök und Aschenper,
die auszogen, um zu stehlen




Ja, da war einmal ein Mann, der hatte drei Söhne. Der eine hieß Pök, der zweite Slök und der dritte war der Aschenper. Sie besaßen nichts. wovon sie hätten leben können. Deshalb besprachen Pök und Slök, daß sie zum Königshof ziehen wollten, um dort Gänse zu stehlen.
"Ach. ihr Guten, darf ich mit ?", fragte der Aschenper.
Nein, das dürfe er nicht. Er sei ihnen nur hinderlich und im Wege .
Er bat und bettelte, doch es half nichts.
Also machten sich die beiden auf den Weg.
Doch Aschenper lief einen Waldpfad entlang und kam früher beim Königshof an. Hier sagte er zum König:
"Heute nacht kommen welche her, die wollen Gänse stehlen. Wenn ich aber die beste Gans bekomme, so will ich auf sie aufpassen."
Gut, die könne er haben.
Da nahm Aschenper eine große Zange, ging in den Gänsestall und setzte sich dorthin.
Als es auf die Nacht zu ging, kamen Pök und Slök, rissen ein Loch ins Dach und wollten sich eine Gans greifen. Als Pök sich reckte, um die Gans zu packen, kam Aschenper mit der Zange und kniff ihn damit, so daß er ihn fast zerquetschte.
"0 je, o je, die große Gans beißt mich", schrie Pök.
"Ach Bruder, du bist ein Jämmerling", meinte Slök, "laß mich ran!"
Sobald aber Slök den Kopf durchsteckte und sich hinunterbeugte, kniff Aschenper zu, so daß er ihn fast zerquetschte.
"0 je, o je, die große Gans beißt mich", schrie er.

Nun mußten sie unverrichteter Dinge nach Hause zurückkehren.
Doch Aschenper nahm sich die beste Gans und lief auf dem Waldpfad nach Hause und langte vor ihnen dort an. Als sie kamen, saß er und rupfte die Gans.
"Oh, Bruderherz, wo hast du die her?' fragten sie. "Nun, wo ist denn das, was ihr mitgebracht habt?", wollte er wissen.
Sie hätten nichts mitgebracht.
"Können wir etwas abhaben ?"
"Nein, ihr bekommt nichts."
Sie baten ihn jedoch so lange, bis er sie mitessen ließ. Als sie dann die Gans verzehrt hatten, beschlossen Pök und Slök, daß sie zum Königshof ziehen wollten, um dort Widder zu stehlen.
"Ach, ihr Guten, darf ich mit ?" fragte Aschenper.
Nein, das dürfe er nicht. Er würde ihnen nur im Wege sein. Als die beiden losgezogen waren, nahm Aschenper den Waldweg und kam vor ihnen beim Königshof an. Er ging zum König und sagte:
"Heute nacht kommen welche, die wollen die Widder stehlen. Wenn ich aber den besten Widder bekomme, so will ich sie dir bewachen."
Gut, den könne er haben.
Da nahm sich Aschenper eine Keule und ging in den Stall, wo die Widder standen. Als es auf die Nacht zu ging. kamen die beiden und begannen, ein Loch ins Dach zu reißen. Sobald Pök den Kopf hindurchgesteckt hatte und reinschleichen wollte, gab ihm Aschenper eins mit der Keule mitten aufs Maul.
"0 je, o je, der große Widder stößt mich'., schrie er und fuhr zurück.
"Ach Bruder, du bist ein Jämmerling", meinte Slök, "Laß mich runter!"
Im gleichen Augenblick, als er den Kopf durchsteckte, versetzte ihm Aschenper einen noch weitaus härteren Schlag.
,,0 je, o je, der große Widder stößt mich", schrie Slök und fiel fast in Ohnmacht.
So mußten sie unverrichteter Dinge nach Hause zurückkehren.
Als sie losgegangen waren, nahm sich Aschenper den größten Widder und lief den Waldweg entlang, so daß er vor ihnen zu Hause war. Wie sie ankamen, war er dabei, den Widder abzuhäuten.

"Oh, Bruder, wo hast du denn den her ?", fragten sie.
"Immer fragt ihr, wo ich es herhabe. Aber wo ist denn das, was ihr mitgebracht habt ?", wollte er wissen.
Tja, sie hätten nichts mitgebracht, meinten sie.
"Bruderherz, können wir etwas abhaben ?"
"Nein", sagte Aschenper, "ihr bekommt nichts."
Doch sie baten und bettelten so lange, bis sie schließlich mitessen durften. Dann aßen sie alle drei gemeinsam, und bald war der Widder aufgegessen.
Als er verzehrt war, beschlossen Pök und Slök, daß sie zum Königshof ziehen wollten, um dort Bullen zu stehlen.
"Ach, ihr Guten! Darf ich mit ?", fragte Aschenper.
Nein, das dürfe er nicht. Er sei ihnen nur hinderlich. Wie die beiden losgegangen waren, nahm Aschenper den Waldweg und kam eher beim Königshof an. Und er sagte zum König:
"Heute Nacht kommen welche, die deine Bullen stehlen wollen. Wenn ich aber den größten bekommen kann, will ich sie bewachen."
Ja, den könne er haben
Aschenper besorgte sich nun einen langen scharfen Spieß und ging in den Stall, wo die Bullen standen.
Als es auf die Nacht zuging, kamen Pök und Slök und rissen ein Loch in das Dach, um einen Bullen rauszuholen. Pök sollte nun als erster hinunter. Sobald er hindurchgeklettert war und den Bullen bei den Hörnern packen wollte, um ihn hochzuziehen, stach ihn Aschenper mit dem Spieß.
"O je, o je, der große Bulle stößt mich"", rief er und fuhr zurück.
"Ach Bruder, du bist ein Jämmerling", meinte Slök, "Laß mich hinunter!"
Im gleichen Augenblick, als Slök in den Stall wollte und den Kopf durchsteckte, lief Aschenper mit dem Spieß zu ihm hin.
"O je, o je, der große Stier stößt mic", rief er.
Und jedesmal, wenn sie versuchten, herunterzukommen und den Stier hochzuziehen, stach Aschenper zu, so daß sie wieder nach oben mußten. So ging das die ganze Nacht, bis die beiden schließlich ohne Bullen wieder nach Hause ziehen mußten.
Kaum waren sie losgegangen, da nahm Aschenper den größten Bullen und führte ihn den Waldweg entlang. Und als die Brüder nach Hause kamen, war er dabei, den Bullen abzuhäuten.

"Oh, Bruder, wo hast du den her?" fragten sie.
Es war der größte Bulle, den sie je gesehen hatten.
"Immerzu fragt ihr, wo ich es herhabe. Aber wo ist denn das, was ihr mitgebracht habt?" wollte er wissen.
Sie hätten gar nichts mitgebracht.
"Oh, Bruderherz, können wir etwas abhaben?" fragten sie.
"Nein. ihr kriegt nichts."
Doch sie baten und bettelten so lange, bis sie schließlich mitessen durften. Als nun der Bulle verzehrt war, beschlossen Pök und Slök, daß sie zum Königshof ziehen und Korn stehlen wollten.
"Oh, ihr Guten, darf ich mit ?" fragte Aschenper.
Nein, wozu sollte er mit. Er sei ihnen nur hinderlich und stünde ihnen im Wege. Doch dann quengelte und bettelte er so lange, bis sie ihn mitließen !
Also machten sie sich in der Nacht auf den Weg zum Königshof, schlichen in die Scheune und füllten sich die Säcke mit Korn. Als sie so viele voll hatten, wie sie meinten tragen zu können, begaben sie sich wieder auf den Heimweg.
Zuvor aber hängte Aschenper die eisenbeschlagene Tür aus.
"Was willst du damit ?" fragten die Brüder.
"Nun ja, sie könnte von Nutzen sein", meinte Aschenper. Da fingen die beiden anderen zu schimpfen an :
"Du bist kein normaler Mensch. Nur Blödsinn machst du." Dann mühten sich Pök und Slök mit dem Tragen der Kornsäcke ab, und Aschenper schleppte die Scheunentür. Sobald man nun auf dem Königshof bemerkte, daß Korn gestohlen worden war, schirrten sie die Pferde an, spannten sie vor die Wagen und setzten hinterher. Als die Diebe hörten, daß jemand hinter ihnen her kam, war ihnen klar, daß sie verfolgt würden. Da kletterten sie auf eine hohe Eiche, und Aschenper schleppte die Scheunentür mit hinauf.
Wie nun die Knechte des Königs herangekommen waren, wollten sie unter eben dieser Eiche Mittagsrast halten. Sie machten sich ein Feuer, um Essen zu kochen. Als sie es zubereiteten und so schön beim Kochen waren, sagte Aschenper von oben :
,,0 je, o je, nun muß ich die Scheunentür loslassen."
"Nein, das darfst du nicht, sonst tötest du uns", meinten seine Brüder.
"Ja aber, nun muß ich sie fallenlassen", sagte Aschenper.
"Ich kann sie nicht länger halten."
Und so ließ er sie los.
Durch den gewaltigen Krach, den die herunterfallende Tür machte, erschraken die Knechte des Königs so sehr, daß sie so schnell wie möglich davonrannten und alles zurückließen, die Pferde und Wagen und das Essen.
Da kletterten die Diebe von der Eiche herunter und aßen und tranken, soviel sie konnten. Es war ja genügend da, reichlich von allem.
Dann nahmen sie Pferd und Wagen und alles, was sie noch vorfanden, und fuhren davon. Und solange ich mit ihnen zusammen war, waren sie reiche Leute. Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie immer noch.
Norwegisches Volksmärchen