Der Gertrudenvogel




Zu einer Zeit, als der Herr Jesus noch auf der Erde wandelte, kamen er und Sankt Peter zu einer Feuerstelle, wo eine Backfrau beim Backen war. Diese hieß Gertrud.
"Oh. kann ich einen Laib Brot bekommen ?", fragte unser Herr Jesus, denn er war weit gegangen und hatte lange kein Essen zu sich genommen.
Ja, Gertrud bereitete einen kleinen Teig zu und knetete diesen. Doch je mehr sie knetete, um so größer wurde er. Und als sie ihn gebacken hatte, war es ein so großer Brotlaib, daß sie es nicht übers Herz brachte, ihn wegzugeben. Deshalb nahm sie einen kleineren Teig und knetete diesen. Doch je mehr sie knetete, um so größer wurde er. Und als sie ihn gebacken hatte, war es ein noch größerer Laib als der erste. Nein, sie konnte es sich nicht leisten, einen solchen wegzugeben
Nun nahm sie einen winzig kleinen Teig und knetete diesen. Doch je mehr sie knetete. um so größer wurde er. Und als sie den Laib gebacken hatte, war er so groß wie kein anderer, den sie je gebacken hatte. Auch jetzt konnte sie sich nicht entschließen. diesen Brotlaib wegzugeben.
Da sprach der Herr Jesus:

"Weil du das Brot nicht gönntest mir,
Sollst suchen du die Nahrung dir
Allein nur zwischen Bork' und Rind´,
Und trinken nur, wenn Regen rinnt !"

Und so wurde Gertrud zu einem Vogel, der durch den Schornstein davonflog. Seine Nahrung mußte er sich zwischen Baum und Borke suchen und Regenwasser trinken. Er wird der Gertrudenvogel genannt.

Erzählung aus Norwegen